
Siegerland, 08.03.2011 13:11 Uhr
Am 1. Dezember hat der Landtag eine Beschlussvorlage angenommen, nach der für Kinder mit Beeinträchtigungen künftig der Besuch der allgemeinen Schule der Regelfall sein soll.
Damit soll die UN-Konvention zur Inklusion an Schulen umgesetzt werden. Eltern behinderter Kinder, die die gemeinsame Beschulung mit den Kindern aus der Nachbarschaft bevorzugen, sollen somit nicht mehr um einen Integrationsplatz kämpfen müssen. Damit ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem genommen. Dennoch: Der Weg ist noch weit und steinig. Noch fehlen die Rahmenbedingungen, um alle Kinder, unabhängig von ihrem individuellen Förderbedarf oder einer Behinderung angemessen unterrichten zu können.
Wer jetzt „auf Teufel komm raus“ sein behindertes Kind an einer allgemeinen Schule anmeldet, sollte im Blick behalten, dass Inklusion nur gelingt, wenn Heterogenität als Normalität angesehen wird. Dies setzt ein radikales Umdenken und Änderungen des Schulsystems voraus. Und soweit sind wir noch lange nicht.
Anke Bruch
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