
Siegen, 05.02.2012 01:15 Uhr
Die Schulglocke läutet zur ersten Stunde. Während noch einige Schüler in letzter Sekunde ins Klassenzimmer eilen, ist Daniel Bannas schon längst an seinem Arbeitsplatz. Der 33-jährige Beschäftigte des STS Siegener Technik Service der Arbeiterwohlfahrt arbeitet seit Dezember über einen betreuten Außenarbeitsplatz an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule als Hausmeisterhelfer.
Das Projekt der AWo Siegener Werkstätten und des Schulamtes der Stadt Siegen eröffnet Menschen mit Handicap eine Chance auf berufliche Teilhabe außerhalb der Werkstätten.
Jeder Arbeitstag beginnt für ihn mit einer Lagebesprechung, in der Hausmeister Wolfgang Küppers gemeinsam mit ihm den Arbeitstag plant. Denn unter Anleitung kann er zahlreiche Arbeiten selbstständig übernehmen. "Ich will viel Neues lernen", sagt Bannas, von dessen Einsatz auch Wolfgang Küppers begeistert ist: "Er ist sehr fleißig und wissbegierig." Kein Wunder, dass er an der Schule gut aufgenommen wurde. Selbst die Schüler informieren ihn, wenn irgendwo etwas defekt ist. "Ich mache alles, was gemacht werden muss", zeigt sich Bannas von seiner zupackenden Seite. "Er ist inzwischen schon mehr als nur ein Helfer", weiß auch der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Rohleder. Viele handwerkliche Arbeiten und Reparaturen müssten oft aufgeschoben werden oder ließen sich während des Schulbetriebs erst gar nicht umsetzen. Doch mit der zusätzlichen Arbeitskraft kommt Dynamik in die Schule - notwendige Umzüge aufgrund der Raumnot gehen schneller von der Hand und plötzlich kommt mehr Farbe in die Klassenräume, denn Daniel Bannas lackiert die Türen der Schließfächer neu.
Auch am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium, wo Frank Langenbach als Beschäftigter der AWo-Werkstatt Deuz an der Seite von Hausmeister Marko Sawatzki tätig ist, fällt das Fazit bereits nach wenigen Wochen positiv aus. "Wir haben vom ersten Tag an gute Erfahrung gemacht", berichtet der stellvertretende Schulleiter Gerd Bleckmann. Besonders fasziniert ist er von der Fröhlichkeitm, mit der der 45-jährige Hausmeisterhelfer seine Aufgaben erledigt. "Frank leistet wertvolle Arbeit", so Bleckmann, der über die helfende Hand froh ist, denn nach der Fenstererneuerung an der Schule sind noch viele ergänzende Arbeiten zu meistern.
Hausmeister Sawatzki freut sich ebenfalls über die große Unterstützung: "Zu zweit lässt sich vieles schneller erledigen." Eingebunden in ein kleines Team fühlt sich auch Frank Langenbach sichtlich wohl an seinem Arbeitsplatz. "Mir gefällt es gut", lautet sein kurzes Urteil.
Was an den beiden Schulen nach wenigen Wochen schon eine Selbstverständlichkeit ist, hat aber eine längere Entstehungsgeschichte. Vorreiter war vor rund zwei Jahren die Gesamtschule Eiserfeld, die erstmals einen Hausmeisterhelfer mit Handicap im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes der AWo-Werkstatt Eiserfeld einstellte und bis heute im Dienst hat. Die positiven Erfahrungen haben schließlich auch die beiden Schulen am Rosterberg und in Weidenau ermutigt, diesen Schritt zu wagen. Die Hausmeisterhelferstellen werden von der Stadt Siegen zunächst für ein Jahr mit je 3745 Euro bezuschusst. Geld, das gut angelegt ist, findet auch Rainer Rosenthal von der städtischen Abteilung Zentrale Gebäudewirtschaft: "Wir haben die Schulen zielgerichtet ausgesucht. Große Schulen mit Ganztagsbetrieb eignen sich besonders für den Einsatz der Hausmeisterhelfer." Der Tätigkeit auf dem Außenarbeitsplatz ging für Bannas und Langenbach ein dreimonatiges Praktikum voraus. So konnten sie "Schulluft" schnuppern und sich in ihr neues Aufgabenfeld einarbeiten. Unterstützt werden sie dabei von Hartmut Krause, dem Integrationsassistenten der AWo Siegener Werkstätten. "Der Außenarbeitsplatz kann nur ein Zwischenschritt zum Sprung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis sein." Das ist auch der Traum von Daniel Bannas und Frank Langenbach. Doch damit stehen sie nicht allein. "Es wäre toll, wenn wir mit den Hausmeisterhelfern weiterarbeiten könnten", sind sich auch die beiden stellvertretenden Schulleiter einig.
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