
Kreis Olpe, 05.02.2012 01:45 Uhr
Die "Jagd&Hund" in Dortmund ist Europas größte Messe für Jagd und Angelfischerei. Dabei präsentiert die inzwischen 31. Auflage in den Westfalenhallen auf rund 48.000 Quadratmeter ihren gut 70.000 Besuchern einen ausführlichen Einblick in alle Bereiche von Hege, Jagd und Fischerei. Bereits seit 25 Jahren sind auch einige Sauerländer als Aussteller und Gastronomen dabei. Ein guter Grund, sie mal einen Tag lang zu begleiten.
Es ist ein Riesentrubel -wenn auch kein bunter - denn es dominiert ganz klar die Farbe Grün.
Außerdem gibt es im Publikum eine "zweite Etage", und die ist auf vier Pfoten unterwegs: Hunde spielen in der waidgerechten Jagd eine unverzichtbare Rolle, und so präsentieren viele Züchter in Dortmund ihre Stöber-, Vorsteh- und Schweißhunde, Erdhunde, Jagende sowie Apportierhunde. Klar: Die Westfälische Dachsbracke war zu sehen, eine Olper Bracke begegnete einem mehrfach auch im interessierten Publikum.
In Halle 5 präsentiert sich der Verband der Nordrhein-Westfälischen Fischzüchter und Teichwirte, in dem auch einige Betriebe aus dem Sauerland vertreten sind: Horst Broeske aus Schmallenberg, Dietmar Firzlaff aus Kreuztal, die Gebrüder Rameil aus Gleierbrück, Norbert Linn aus Oberelspe, Alfred Löhr aus Sundern, Thomas Rameil aus Lennestadt und Willi Starke aus Schmallenberg.
Einen großen Karpfenteich haben sie aufgebaut, an dem die Fliegenfischerei vorgestellt wird, außerdem ist auch wieder ein Modell der Weißen Flotte vom Biggesee zu Wasser gelassen worden.
Wolfgang Keseberg, Reeder und Jäger, unterwegs mit seinem Jagdkollegen Jürgen Sondermann, begleiten wir auf einem Rundgang durch die Messehallen am Donnerstag.
Aber zuvor gibt es frische Sauerländer Forelle aus bekannt guter Küche: Bernhard Schwermer, Hotelier aus Heinsberg und Wirt des Rhein-Weser-Turms, betreibt mit seinem Team ein Restaurant auf Zeit am Karpfenteich, wo viele Waidmänner eine kulinarische Pause einlegen, bevor es zur nächsten Runde geht.
Alles ist zu haben, von Funktionskleidung mit eingebauter Hightech-Heizung bis hin zum klassisch englischen Dress, Loden und Tweed, Goretex und Microfaser, dazu Ausrüstung und Zubehör für wohl jeden Bereich.
Ein Schwerpunkt auch die Taxidermisten, die bis zu Elefant und Flusspferd Präparate jeden Kalibers ausstellen, dazu zahlreiche Anbieter von Jagdreisen rund um den Erdball, worunter neben privaten Spezialisten viele offizielle Vertreter der Reiseländer in Dortmund anzutreffen sind.
Auf einem Parcours in Halle 3B fahren Landrover, VW Amarok und Touareg mit ihren Passagieren sogar über das Dach einer Jagdhütte, bei gut 50 Prozent Steigung eine beeindruckende Leistungsschau.
Vertreten sind natürlich auch viele Waffenanbieter, von der Weltfirma bis hin zum exklusiven Büchsenmacher, wobei es in allen Preislagen für den Waidmann Interessantes zu sehen gibt.
Preisschilder finden sich von 1000 bis gut 20.000 Euro, wo es für Letztere kunstvoll gezierte, mechanische Meisterwerke gibt.
Hier und da finden sich aber auch dezente Schilder mit "Preis auf Anfrage": So bei handgefertigten Büchsen, Flinten und Stutzen mit blauschimmernder Brünierung und Applikationen in hauchfeiner Niello-Punzierung bis hin zum Brillantenbesatz auf den Seitenplatten. Schnell geht es da auf Summen jenseits der 50, 60.000 Euro, und Liebhaber gibt es auch dafür.
"Es reicht, wenn sie ohne Firlefanz präzise geht", hört man da und dort, aber Börsen sind, wie die Geschmäcker, wohl verschieden.
Erstaunlich übrigens auch die Entwicklung bei den Zielfernrohren, die mit immer raffinierterer Optik und Leuchtpunkt das Büchsenlicht erweitern. Ein Visier mit beiden Augen geöffnet zu nehmen, wobei der Leuchtpunkt wie ins Auge eingeblendet erscheint, das wirkt zumindest auf den Laien mehr als futuristisch.
Besonders reizvoll wirken jene Stände, an denen das Kunsthandwerk von echten Meistern betrieben wird. Gravuren entstehen da vor dem Besucherauge, Angelruten werden nach Wunsch gefertigt, Horn- und Geweihschnitzer, Jagdmaler und Instrumentenbauer sind am faszinierenden Werk.
Dazu präsentieren die Falkoniere ihre Greifvögel, Jagdhornkonzerte und Modenschauen bieten viel Kurzweil und auch die kulinarischen Angebote sind von Fast-Food oftmals so weit entfernt wie die Saufeder vom Präzisionsgewehr.
Die "Jagd&Hund" schließt am heutigen Sonntag ihre Pforten.
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