Freudenberg, 14.07.2010 01:45 Uhr (Christian Janusch)
Wenn der Blick durch das hölzerne Gerippe schweift, ist nur schwer vorstellbar, dass spätestens im Oktober kommenden Jahres an der Mittelstraße 8/10 wieder Menschen leben sollen.
Nach dem zweiten großen Brand im Jahr 1666 wurde das Fachwerk-Doppelhaus gebaut. Heute, fast 350 Jahre später, ist von dem zuletzt arg heruntergekommenen Haus nur noch ein Skelett aus Holz übrig. Unlängst besichtigten die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses die Baustelle inmitten der historischen Altstadt - und waren teils verwundert, teils erstaunt, zumeist aber skeptisch. Architekt Ulrich Reppel erläuterte den Arbeitsfortschritt: 70 Prozent der gesamten Bausubstanz seien entfernt worden. Das Gerippe wird derzeit nur von einer Jochaufhängung getragen. Was immer von den dreieinhalb Jahrhundert alten Balken noch brauchbar ist, wird nicht entfernt. So wollen es die strengen Auflagen des Denkmalschutzes. Innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre soll die Bausubstanz sukzessive aufgebaut werden. Dazu allerdings muss demnächst der eingefallene Keller komplett neu aufgebaut werden.
Die Geschossdecken werden im weiteren Verlauf den heutigen Erfordernissen angepasst. Danach ist Kreativität und handwerkliches Geschick der bauausführenden Firmen gefragt.
Portalsystem 2012 © KurierVerlag Siegen GmbH & Co. KG