
Kreis Olpe, 05.02.2012 01:30 Uhr
Der Blick aus den Fenster täuscht dieser Tage: Zwar blendet uns strahlender Sonnenschein, aber das Kältetief aus Sibirien hat uns fest im Griff und bringt uns mit Minusgraden zum Zittern und Zähneklappern. Bislang hat das eisige Winterwetter allerdings wenig Auswirkungen - außer für die Pannenhelfer.
"Wie haben wirklich gravierend viel zu tun", sagt Sebastian Maisano, Disponent bei der Firma Dietrich-Abschleppdienst in Gerlingen auf Nachfrage des SauerlandKuriers. "Sonst fahren wir ungefähr zu 45 Einsätzen pro Tag. Im Moment sind es 145." Zwar passieren relativ wenige Unfälle, allerdings müsse sehr häufig Starthilfe gegeben werden, da viele Auto-Batterien den eisigen Temperaturen nicht gewachsen seien.
Bei Polizei und Feuerwehr ist es bisher allerdings eher ruhig geblieben. Der einzig erwähnenswerte Einsatz rief die Polizei nach Meggen: Dort hatte ein 16-Jähriger unmittelbar auf dem Gehweg an der Bundesstraße sein Mofa gewaschen. Es kam wie es kommen musste und das Waschwasser bildete auf dem Gehweg und teilweise auch auf einem Fahrstreifen der B 236, ein gefährliche Rutschbahn. "Der junge Mann war zwar zuvor von einem Zeugen auf die Gefährlichkeit hingewiesen worden, er hielt es jedoch zunächst nicht für erforderlich die Eisfläche abzustreuen. Erst als verständigten Polizisten ihn zur Rede stellten musste er diese Gefahrenstelle unter Einsatz von Streusalz beseitigen", so Matthias Giese, Pressesprecher der Olper Polizei. Die Beamten nahmen eine Anzeige wegen einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr auf.
Auch bei den Olper Stadtwerken ist es bislang, trotz massiver Minusgrade, ruhig: Es sei bislang nur eine einzige Wasserleitung zugefroren.
Anders bei Straßen.NRW: Hier mussten die Arbeiten an einigen Baustellen eingestellt werden. "Ein gutes Beispiel ist die Baustelle an der Talbrücke am Sonderner Kopf. Dort wurde bis letzte Woche gearbeitet", so Karl-Josef Fischer, Pressesprecher von Straßen.NRW in Siegen. Mittlerweile können selbst die Eisenflechter nicht mehr arbeiten, da sonst die Finger festfrieren würden - vorerst heißt es also: Stillstand. Der Großteil der Bauarbeiten im Kreis Olpe starte aber sowieso erst im März und April.
Der Ruhrverband hat allerdings einen sehr wichtigen Hinweis: Speziell die Vorbecken der Talsperren weisen mittlerweile durchgehende Eisflächen auf. Die Eisdecken sind jedoch sehr brüchig und bieten keine ausreichende Tragfähigkeit.
Das Betreten der Eisflächen ist daher ebenso wie das Schlittschuhlaufen auf den Stauseen und Talsperren lebensgefährlich und verboten.

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