
Siegerland, 19.04.2011 13:49 Uhr
Mit allem Nachdruck machten die Politiker ihre Einheitlichkeit deutlich - Nicht nur über die geografischen, sondern auch über die politischen Grenzen hinweg. Die rot-grün-regierten Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wollen die schwarz-gelben Hessen ins Boot, pardon - in die Lok holen, um gemeinsam für den in weite Ferne gerückten Anschluss der Region an die globalen Wirtschaftsregionen zu kämpfen.
Noch weiter weg als die aufstrebenden Metropolen etwa in China scheint das politische Berlin zu sein. Gerade in dieser Woche weilt Verkehrsminister Peter Ramsauer in Indien, um mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern zu verhandeln. Vor seinem Abflug stellte er noch einmal heraus, wie wichtig der Ausbau des Bahnnetzes, die Errichtung moderner Güterverkehrs- und Logistikzentren sowie Fabrikationsanlagen für Loks und Reisezugwagen seien. Wohlgemerkt: in Indien.
Ein erstes Gutachten, das die Notwendigkeit einer modernen Bahnverbindung von Südwestfalen ins Ruhrgebiet bestätigt, wurde erstmals im Jahr 1992 aufgestellt. 650 Millionen D-Mark hätten nach damaliger Berechnung investiert werden müssen, um Tunnel zwischen Letmathe und Finnentrop zu verbreitern und die Schienen für den Schwerlastverkehr zu stabilisieren.
Was hat sich in er der Zwischenzeit getan? Nichts. Wieviel der Ausbau heute kosten würde, konnten gestern selbst die Experten nur vage schätzen. Stuttgart 21 und der Ausbau der Fernverbindung Karlsruhe – Basel dürften den aus Bayern stammenden Bundesminister zwei Jahre vor Landtags- und Bundestagswahlen sehr viel mehr interessieren, als die Tunnel im Sauerland.
Auch, dass der Bund derzeit mit dem HTS-Weiterbau, dem Neubau der Autobahnbrücke bei Hagen und dem in Aussicht stehenden A45-Anschluss nach Oberschelden viel Geld in die Straßen verbaut, dürften dem Schienenausbau nicht gerade förderlich sein. Auch wenn die Zeit drängt. Christian Janusch
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