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"Stolpersteine" als Mahnmal sollen Erinnerung wach halten

Weidenau, 04.11.2007 00:00 Uhr (nb )

Jugendliche verlegten gestern Gedenktafeln für die NS-Verfolgten in Siegen

Weidenau. (nb)
Auf den ersten Blick sind sie eher unscheinbar. Die kleinen goldfarbenen Steine haben es jedoch in sich. Gestern wurden die ersten Gedenksteine im Rahmen des Projekts "Stolpersteine der deutschen Geschichte" des Stadtjugendring Siegen verlegt. Insgesamt zehn Steine sollen als Mahnmal dienen und wurden vor den letzten Wohnungen der Menschen eingesetzt, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden.Der Stadtjugendring Siegen mit seinen Projektleitern Andreas Unverzagt und Ralf Schumann haben über ein Jahr mit rund 40 Jugendlichen die Schicksale der Siegener Familien Stern, Frank und Kogut erforscht. "Dabei mussten die Jugendlichen selber viele Aufgaben übernehmen", erklärte Thorsten Stephany vom Stadtjugendring. "Sie haben unter anderem Gespräche mit Zeitzeugen organisiert." "Außerdem waren wir im Aktiven Museum der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und im Stadtarchiv", sagte Helen Dienst aus Siegen, die am Projekt teilgenommen und das Schicksal der Familie Stern aufgearbeitet hat.
Wichtig war den Initiatoren und der Stiftung "Demokratie im Alltag", die das Projekt finanziell unterstützt haben, dass das Kapitel der Verfolgung von Menschen auf den lokalen Bereich bezogen wurde. Was ist in der Zeit in Siegen passiert: Was, wie und warum wurden die Menschen verfolgt und umgebracht: Diese zentralen Fragen wurden beantwortet und sollen damit die Jugendlichen sensibel machen, um rechtsradikalen Strömungen begegnen zu können. Die Ergebnisse werden in Form einer Ausstellung seit gestern im Foyer des Krönchen Centers der Öffentlichkeit präsentiert. Vier Wochen lang sind dort die Arbeiten der Jugendlichen zu sehen.
Zuvor wurden die "Stolpersteine" bereits in die Gehwege verlegt. Neben den Jugendgruppen war auch der Kölner Künstler Günter Demnig, der die Stolpersteine entworfen hat, anwesend. In der Siegener Emilienstraße vor dem RWE, in der die Familie Stern gewohnt hat, in der Grabettstraße 48 in Eiserfeld, die der Wohnort der Familie Kogut war, und in der Weidenauer Straße in Weidenau hinter Foto Saal, Heimat der Familie Frank, erinnern jetzt die Gedenksteine an die Verfolgten des Nationalsozialismus.

 

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