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Sportfreunde Siegen: Die Spiele haben begonnen

Siegen, 04.02.2007 00:00 Uhr (tip)

Bardolino. (tip)


Der Ausflug führte die anwesende Journalistenschar am Samstagvormittag nach Verona. Im 2000 Jahre alten Amphittheater fällte der Statthalter damals schwerwiegende Entscheidungen. Sein Daumen zeigte im Anschluss an die Gladiatorenkämpfe das Signal für Leben oder Tod an. Über solche Schicksale muss Ralf Loose zwar nicht urteilen. Aber dennoch kristallisieren sich erste Entscheidungen für den Rückrundenstart der Sportfreunde Siegen heraus. Die Spieler machen es ihm nicht leicht. Mit viel Einsatz und Kampfeswillen sind sie bei der Sache. Irgendwie doch wie die Gladiatoren vor 2000 Jahren. Die Spiele haben begonnen.

Blitzturnier fiel aus - Unentschieden bei internem Test

Allerdings nicht so, wie zunächst geplant. Denn das organisierte Blitzturnier gegen die beiden österreichischen Drittligisten Reichenau und Wattens fiel aus. Eine Panne während der Busfahrt machte eine Anreise der SFS-Gegner unmöglich. Also wurde umgeplant: Stattdessen gab es einen internen Test. Eine 1a-Mannschaft gegen eine 1b-Auswahl, sozusagen. In Sachen Intensität standen die 22 Akteure einem "echten" Test allerdings in Nichts nach.

 

Mit Thomas Richter im Tor, Marco Stark, Daniel Bogusz, Cem Islamoglu und Stefan Binder in der Abwehr, Gaetan Krebs, Enrico Gaede, Tobias Nickenig und Nils Pfingsten im Mittelfeld sowie David Ulm und Til Bettenstaedt in der Spitze formierte sich dabei Looses derzeit favorisierte Elf. Auffällig: Von den vier Neuzugängen spielten derer gleich drei in diesem Team. Und wenn sich der vierte im Bunde - Christian Okpala - nicht am MIttwoch einen Kapselanriss im Sprunggelenk zugezogen hätte, dann wäre er vermutlich auch in dieser Mannschaft gelandet.

 
Tatsächlich gehörten die Neuen auch zu den auffälligsten Akteuren auf dem Trainingsplatz Nummer drei des Hotel Veronello. Allen voran David Ulm zeigte sich in einer tollen Verfassung. Immer wieder brach der quirrlige Stürmer durch die Abwehrreihen. Mit Dribblings und Übersicht ähnelte er seinem Freund und Teamkollegen Gaetan Krebs. "Er war der torgefährlichste Mann auf dem Platz", lobte Loose den Neuerwerb. Es ist wohl nicht zu viel versprochen wenn man sagt: Auf dieses französische Duo dürfen sich die Siegener Zuschauer freuen. Krebs war es dann auch, der die 1a-Mannschaft in der zehnten Minute durch einen verwandelten Foulelfmeter 1:0 in Führung brachte. In der 2 mal 25 Minuten dauernden Testpartie glich Youssef Sofiane acht Minuten später nach einer schönen Hereingabe Andreas Nauroths zum 1:1-Endstand aus.

 

Das Ergebnis war aber für Ralf Loose zweitrangig. Er freute sich über das hohe Engagement aller eingesetzten Spieler, die sich auch das eine oder andere mal mit dem italienischen Unparteiischen "anlegten". "Das war kein simples Freundschaftsspiel. Das ging kämpferisch bis an die Grenze", sagte Loose im Anschluss an die Partie. Davon hatten sich übrigens auch Teile des Aufsichtsrates überzeugt. Christoph Dornebusch (Vorsitzender), Karl-Hermann Fuckert samt Gattin Rosi und Gerold Schmidt mit Gattin Rosario hatten sich am Freitag in Frankfurt-Hahn in den Flieger gesetzt und auf private Initiative hin den Sportfreunden einen Blitzbesuch im Trainingslager abgestattet. Noch bis Sonntag bleibt das Quintett. "So können wir die Arbeit von Trainer und Mannschaft vor Ort begutachten", so Dornebusch, der ein positives Zwischenfazit bezüglich der Bedingungen in Veronello sowie des Klimas innerhalb des Teams fällte.

 
Ursprünglich war für Sonntagabend ein Ausflug nach Mailand ins Auge gefasst worden. Dort wollte sich der Sportfreunde-Tross die Partie Inter gegen AS Rom anschauen. Die Absage des kompletten Fußball-Spieltages in Italien als Folge der Fan-Krawalle kam dieser Planung jedoch in die Quere. Die Verantwortlichen hoffen allerdings, davon eventuell noch profitieren zu können. Derzeit laufen Gespräche, ein Testspiel gegen ein Serie-A-Team zu organisieren. Vielleicht gegen Chievo Verona, die von Bardolino nur wenige Kilometer entfernt zu Hause sind.

Text und Fotos: Tim Plachner

 

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