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"Sonderschichten" sorgten für die authentische Einblicke

Überregional, 03.12.2006 00:00 Uhr (SK )

"Tag der offenen Tür" in der Deuzer AWo-Werkstatt war sehr erfolgreich


Deuz. (SK)
"Besonders interessierte Gäste waren diesmal bei uns", freute sich Stefan Röhren. Seit 20 Jahren ist er in der AWo-Werkstatt Deuz beschäftigt. Für den Tag der offenen Tür legt er gerne "Sonderschichten" ein.So auch am vergangenen Wochenende, als rund 2000 Menschen den Blick hinter die Kulissen der mit insgesamt 439 Beschäftigten größten Behinderteneinrichtung suchten. Gemeinsam mit elf anderen Beschäftigten montierte Stefan Röhren vor aller Augen so genannte Kippbänder- Scharniere für Industriefenster der Firma Sigenia.
"Eine Arbeit, die Spaß macht, weil sie nicht langweilig wird", erklärte Röhren, während er die Handgriffe kleinschrittig genau all jenen demonstrierte, die bei ihm Halt machten. Eine Gruppe weiter wurde die Montage von Einzelteilen vorgestellt, ohne die sich das Verdeck des neuen Mercedes SLK nicht öffnen und schließen ließe. In der Deuzer AWo-Werkstatt ist man stolz, auch heimische Automobilzulieferer zu den Kunden zu rechnen, die für ihre hohen Qualitätsanforderungen bekannt sind. Eine wichtige Voraussetzung schufen die Verantwortlichen vor acht Jahren: Alle Bereiche der Produktion und Betreuung, sind nach DIN Norm zertifiziert.
30 Firmen aus der Region nutzen derzeit diese Erfahrung und vergeben Aufträge an die AWo-Werkstatt. Metall-, Kunststoff- und Holzbearbeitung, Hauswirtschaft, Landschaftspflege gehören im Weiherdamm zwar zu den traditionellen Arbeitsbereichen. Welch anspruchsvolle Tätigkeiten sich im Einzelnen dahinter verbergen, zauberte auch in diesem Jahr anerkennendes Staunen auf die Mienen.
In Nobelkarossen der Marken BMW, Volvo oder VW steckt so manches Teil, das zunächst durch die routinierten Hände der Deuzer Belegschaft gewandert ist. Kühlschankbeleuchtungen und Elektroarmaturen montieren die Beschäftigten, erledigen diverse Verpackungsarbeiten und stellen riesige Fußmatten für öffentliche Gebäude her.
Teils kommt dabei solides Handwerk kombiniert mit modernster Technik zum Einsatz, teils helfen ausgeklügelte Schablonen dabei, dass die Beschäftigten trotz hoher Stückzahl im Alltag kein noch so winziges Einzelteil verwechseln oder vergessen. Dass sich die Allrounder neben ihre industriell geprägten Aufgaben auch erfolgreich künstlerisch betätigen, blieb den Besucherscharen nicht verborgen.
Gleich im Eingangsbereich wurde der neue Creativkalender mit Werken behinderter Menschen aus ganz Westfalen präsentiert. Als Tag der Freude kann die Veranstaltung aber nicht nur dank des großen Zustroms interessierter Menschen gewertet werden. Ein gehöriges Quäntchen trug auch das gelungene Rahmenprogramm bei.
Neben zahlreichen kulinarischen Verlockungen machten viele Besucher von der Gelegenheit gebrauch, den jungen Akteuren des Kinderchors "Windstärke 12" und einem stimmgewaltigen Gospelchor "Lichtpunkte", live auf der Showbühne, zu lauschen oder die weihnachtlich angehauchten Auslagen von Werkstattladen und Gärtnerei zu plündern.

 

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