
Siegerland, 26.04.2011 13:11 Uhr
Alle Jahre wieder, ob Weihnachten oder Ostern – vor den Feiertagen schnellen die Benzinpreise in die Höhe: Zum Ende der Karwoche stiegen die Preise auch diesmal kräftig an. Am späten Ostermontag wurden die Schlangen vor den Zapfsäulen dann länger und länger.
Dass sich der Benzinpreis in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat, wird dabei inzwischen fast klaglos hingenommen, was wiederum die Resignation der Autofahrer verdeutlicht.
Wie sonst nirgendwo wird am Beispiel des Kfz-Treibstoffs wirtschaftliche Willkür, politische Hilflosigkeit und die Abhängigkeit des Verbrauchers deutlich. Natürlich bestimmen auch hier Angebot und Nachfrage den Preis. Dass die Nachfrage aber gerade am Karfreitag steigt und Ostermontag rapide sinkt, ist dem Autofahrer nur schwer zu vermitteln. Eine regelrechte Benzinknappheit heraufzubeschwören, um den Verbraucher zum Tanken zu bewegen, ist der Gipfel der Frechheit. Der Staat selbst hat wenig Grund, in diese Preistreiberei einzugreifen, kassiert er doch an jedem Liter kräftig mit. Das einzige Mittel der Autofahrer, geschlossen aufs Tanken zu verzichten, scheitert am mangelnden Organisationsgrad. Leider. Und so werden wir uns alle wieder in die Schlange vor der Tanke einreihen. Spätestens am Pfingstmontag.
Christian Janusch
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