Wenn es brennt, ist die Feuerwehr schnell zur Stelle. Bei Ereignissen wie „Kyrill“ oder dem Schneechaos im vergangenen Winter standen die Einsatzkräfte aber mitunter vor dem Problem, möglichst viele Menschen zeitnah informieren zu müssen. Daher beschloss der Kreis jetzt, eine eigene Facebook-Seite zu erstellen – und startet damit ein bundesweites Pilotprojekt.
Vorab: Notfallmeldungen haben auf der neu eingerichteten Internetpräsenz nichts zu suchen und sind weiterhin unter 112 zu melden. Wer aber über Facebook die Seite der „Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein“ sucht und auf den „Gefällt mir“-Button klickt, erhält fortan aktuelle Informationen oder Warnungen zu Einsatzlagen oder Verhaltensweisen in besonderen Situationen. „Als Verantwortliche für die Gefahrenabwehr stehen wir immer wieder vor der Frage, wie wir die Menschen schnell und effektiv mit für sie wichtigen Informationen erreichen können“, so Landrat Paul Breuer, der sich an die „Kyrill“-Nacht im Januar 2007 erinnerte: „Das Radio hat uns zwar vorbildlich unterstützt, viele Menschen haben wir mit den nötigen Warnungen aber einfach nicht erreicht.“ Auch über die Schulschließungen während des heftigen Winters seien viele Schüler, Lehrer und Eltern nur sehr pauschal und mit zeitlicher Verzögerung informiert worden. Das soll sich ändern. Mit der Internet-Plattform Facebook will die Kreisleitstelle unverzüglich und möglichst präzise auf Schadenslagen hinweisen und in Rückmeldung mit den Nutzern so individuell wie möglich informieren. „Wenn in Freudenberg ein Feuer ausbricht, können wir zum Beispiel im Kontakt mit den Bewohnern zeitnah darüber informieren, welche Straßen gesperrt werden oder in welchen Ortsteilen die Fenster und Türen geschlossen werden müssen“, erläutert Thomas Jung von der Kreisleitstelle. Ob und wie die neue Seite von der Bevölkerung angenommen wird, weiß aber auch er nicht: „Wir haben keinerlei Erfahrungswerte und beschreiten hier Neuland.“ Begleitet wird das Projekt vom Institut für Medienforschung der Universität Siegen unter der Leitung von Professor Gebhard Rusch. Gemeinsam mit der Uni will die Kreisverwaltung das neue Angebot beobachten, Erfahrungen sammeln und optimieren. Dass die Bevölkerung das Projekt annimmt, scheint außer Frage: Allein am ersten Tag stieg die Zahl der "Fans" auf deutlich über 500 an.
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