
Wilnsdorf, 29.01.2012 02:00 Uhr
Das 100-jährige Jubiläum stand im abgelaufenen Jahr in den Reihen des Löschzugs Wilnsdorf eindeutig im Mittelpunkt. "Wir sind sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist. Die hart investierte Arbeit hat sich gelohnt", bilanzierten der langjährige Löschzugführer Jochen Pieck und Schriftführer Rüdiger Boller während der Jahreshauptversammlung. Boller hatte in gewohnter Manier einen umfangreichen 36-seitigen Jahresbericht angefertigt, in dem alle wichtigen Tätigkeiten des Jahres 2011 aufgeführt sind.
Der Höhepunkt war eindeutig der große Festabend am 26. März mit 600 Gästen in der ausverkauften Festhalle. Ebenfalls auf reges Interesse stieß erneut der achte Tag der Feuerwehr am 26. Juni.
Die Wilnsdorfer Florianer feierten nicht nur ihren eigenen Geburtstag groß, sondern nahmen auch an den Jubiläumsfeierlichkeiten der Löschgruppen aus Gernsdorf, Rudersdorf und Wilden teil. Doch es wurde natürlich nicht nur gefeiert, der allgemeine Feuerwehrdienst wurde selbstverständlich nicht vernachlässigt. 81 Einsätze (2010: 89) führte Boller in seinem Bericht auf. Am nachdrücklichsten bleibt den Kameraden der schwere Unfall mit einem Linienbus und einem Pkw zwischen Wilgersdorf und Rudersdorf vom 4. Juli in Erinnerung, bei dem insgesamt zehn Personen verletzt wurden. "Das war körperliche Schwerstarbeit, hier wurde bei sommerlichen Temperaturen alles von uns gefordert", so Boller. Sowohl der Pkw-Fahrer wie auch der Busfahrer waren in ihren stark deformierten Fahrzeugen eingeklemmt und mussten von den Einsatzkräften mit schwerem hydraulischen Rettungsgerät befreit werden.
Unter den Einsatzstichworten führen ABC 1 mit elf, Feuer 4/kritischer Brand mit zehn und Technische Hilfe 1 mit neun Alarmierungen die Rangliste an. Die Gesamteinsatzstundenzahl beläuft sich auf 725 (874 in 2010), 5669 Dienststunden wurden insgesamt ehrenamtlich von den 38 Feuerwehrleuten geleistet. Als unvergessliches Ereignis geht auch die unangekündigte hochrealistische Großübung im Rudersdorfer Tunnel in die Annalen des Löschzugs ein. 31 verletzte Personen mussten Feuerwehr und Rettungsdienste unter Extrembedingungen aus einem verunglückten Personenzug aus dem Tunnel retten. "Das war schon einmalig", sagten Boller und Pieck.
Erfreulich sei der stabile Personalbestand. Im dritten Jahr nacheinander kann der Löschzug, der in den letzten Jahren einige Teenager aus der Jugendgruppe - deren Chef Torsten Berg trat im Herbst nach sieben Jahren von seinem Amt zurück, sein bisheriger Stellvertreter Mirko Plaschke wurde auf der Versammlung zum Nachfolger gewählt - in die Einsatzabteilung übernahm, auf 38 Kräfte bauen. "2012 wollen wir uns auf den Feuerwehrdienst konzentrieren", so Pieck, der seinen Kameraden für die große Mithilfe bei den Feierlichkeiten zum 100-Jährigen dankte. "Wir hoffen auf ein ruhiges Jahr." Doch bereits zu Jahresbeginn musste der Löschzug zu fünf Einsätzen, darunter schwere Verkehrsunfälle, ausrücken.
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